In diesem Ratgeber erläutern wir, was unter einem Kleinmembran und einem Großmembran zu verstehen ist und zeigen dir die Unterschiede von Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen auf. Zusätzlich klären wir, wofür man welche Membran am besten verwendet und ob man für beide Mikrofone eine Phantomspeisung benötigt.

Was sind Kleinmembran- und Großmembranmikrofone?

Grundsätzlich ist die Unterscheidung von Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen nur in der Kategorie der Kondensatormikrofone vorzunehmen.

Beide Mikrofone arbeiten mit einem beweglichen Membran, welche den Schall aufnimmt und in eine Signalspannung umwandelt. Dabei ist die Größe des Membrans ausschlaggebend für die Erkennung leiser Töne.

Denn je größer das Membran, desto empfindlicher die Reaktion auf den Schall. Folglich lassen sich leise Töne besser in erkennbare Signalspannung umwandeln.

Kondensatormikrofone lassen sich als elektroakustischer Wandler bezeichnen, da sie Schall in ein entsprechendes elektrisches Signal wandeln. (Bildquelle: pixabay.com / stux)

Welche technischen Unterschiede gibt es zwischen Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen?

Das hauptsächliche Entscheidungsmerkmal zwischen einem Kleinmembran und einem Großmembran liegt im Membrandurchmesser. Ein Großmembranmikrofon hat einen Durchmesser von einem Zoll beziehungsweise 25,4mm, kann allerdings auch oftmals etwas kleiner ausfallen. Ein Kleinmembranmikrofon hingegen liegt bei einem halben Zoll oder 12,7mm. Diese können allerdings auch einen geringeren Durchmesser haben.

Zusätzlich unterscheiden sich die Membrane in der Form, wodurch bereits auf den ersten Blick zu erkennen ist, ob es sich um ein Kleinmembran oder ein Großmembran handelt. Kleinmembranmikros weisen meist die Form einer schmalen Röhre auf. Die Kapsel ist dabei am vorderen Ende angelegt, weshalb diese Variante für frontale Besprechung ausgelegt ist. Die Gehäuse von Großmembranmikrofonen sind meist viel voluminöser geformt und für seitliche Besprechung ausgelegt.

Wie unterscheiden sich Kleinmembrane und Großmembrane im Klang?

Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Entscheidungsfaktor eines Mikrofons ist der Klang. Großmembranmikrofone haben in den tiefen Tönen eine nachlassende Richtwirkung, die dazu führt, das der Nahbesprechungseffekt abgemildert wird. Dadurch werden diese Töne voller ausgegeben als bei Kleinmembranen, auch wenn man sich während des Gesangs oder der Besprechung etwas bewegt. Auch für Instrumente, die besonders weich und voll im Klang erscheinen sollen, sind Großmembrane besser geeignet.

Kleinmembranmikrofone bieten hingegen den natürlichsten Klang, ohne Zusätze oder Verzerrungen und sind daher sehr vielfältig einsetzbar. Aufgrund des frequenzunabhängigen Richtverhaltens sind Kleinmembrane für größere Ensembles-Aufnahmen oder Orchester, aber auch in der Popmusik für Pianoaufnahmen, Schlagzeug oder auch akustische Gitarre ideal einsetzbar.

Großmembrane erschaffen schöne Töne wohingegen Kleinmembrane den natürlichen Klang wiedergeben.

Klangcharakteristik von Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen

Kleinmembrane sind in ihrer Klangcharakteristik meist sehr ähnlich. Großmembrane hingegen unterscheiden sich diesbezüglich je nach Hersteller und Modell. Dabei verändert sich der Klang bei den unterschiedlichen Modellen in unterschiedliche Richtungen und bringen alle eigene Klangfarben mit. Auch die Empfindlichkeit bei hohen Frequenzen ist stark schwankend. Daher lohnt es sich, den Klang der verschiedenen Mikrofone zu vergleichen.

Wofür kann ich Klein- und Großmembrane verwenden?

Neben dem Einsatz im Studio für Gesang, Vocals oder instrumentale Aufnahmen, eignet sich ein Großmembranmikrofon auch für die Bereiche YouTube und Podcasts, da es der Stimme mehr Raum verschafft und die Stimme schöner klingen lässt. Um Instrumente mit starkem Tieftonanteil wiederzugeben, wie beispielsweise Bassinstrumente, sind Großmembrane durch ihre sehr gute Tiefenwiedergabe bestens geeignet.

Möchte man hingegen einen möglichst genauen und akkuraten Klang wiedergeben, ist das Kleinmembranmikrofon die bessere Alternative. Gerade für Rap-Aufnahmen oder andere Sprachaufnahmen ist dies ein klarer Pluspunkt. Zudem eignen sie sich besser, um größere Klangkörper wie Chöre aufzunehmen und natürlich wiederzugeben.

Was sind die Vor- und Nachteile von Kleinmembran- und Großmembranmikrofonen?

Die Vorteile eines Großmembranmikrofons liegen im besseren Rauschverhalten, sowie der besseren Erkennung leiser Töne. Nachteilig anzusehen sind die Störungen, die bei höheren Tonlagen aufkommen können, da sich die Schwing-Charakteristik aufgrund der Größe des Membrans verändert.

Kleinmembranmikrofone haben den klaren Vorteil, dass sie eine frequenzunabhängige Richtcharakteristik aufweisen. Zudem besitzen sie einen erweiterten Höhenfrequenzgang, der sogar bis über die menschliche Hörgrenze reicht. Jedoch weisen Kleinmembrane ein höheres Eigenrauschen auf.

Sowohl Großmembrane, als auch Kleinmembrane zählen zum Bereich der Kondensatormikrofone. (Bildquelle: pixaby.com / Csaba Nagy)

Wie kann ich Groß- und Kleinmembranmikrofone anschließen?

Großmembran- und Kleinmembranmikrofone lassen sich sowohl über einen XLR Anschluss, als auch über USB anschließen. XLR-Anschlüsse haben den Vorteil, dass sich beliebige Zwischengeräte, wie beispielsweise Mischpulte anschließen lassen, wodurch eine hohe Flexibilität gegeben ist.

Verglichen mit USB Mikrofonen ist die Aufnahmequalität meist besser. USB Mikros sind hingegen so ausgelegt, dass man direkt nach dem Kauf mit den Aufnahmen beginnen kann, ohne großes Herumprobieren und ohne zusätzliche Geräte. Zudem sind sie günstiger und für Sprachaufnahmen ideal geeignet.

XLR Anschlüsse sind kaum störanfällig und bieten meist die bessere Aufnahmequalität.

Benötige ich sowohl für Klein- als auch für Großmembrane eine Phantomspeisung?

In der Regel braucht man für alle Kondensatormikrofone eine Phantomspeisung, unabhängig ob es sich um ein Kleinmembran oder ein Großmembran handelt. Am gängigsten ist eine Phantom Power von 48 Volt. Diese wird dem Mikrofon meist von einer externen Spannungsquelle, wie einem Mischpult oder einem Audio Interface über einen XLR Anschluss hinzugeführt. Es gibt allerdings auch Mikrofone, die ihre Spannungsversorgung über eine Batterie beziehen können.

Fazit

Sowohl Großmembran-, als auch Kleinmembranmikrofone haben ihre Vorteile und Nachteile. Wichtig ist, das Richtige Mikrofon je nach Anwendungsbereich richtig auszuwählen.

Kleinmembranmikrofone liefern ein sehr akkurates und natürliches Klangbild und eignen sich bestens für große Klangbereiche wie beispielsweise bei Chören oder Orchestern. Sie bilden das Klanggeschehen so ab, wie man es mit den eigenen Ohren hört.

Großmembranmikrofone sind eher als Solistenmikrofon anzusehen, da sie ein bestimmtes Instrument oder die Stimme in den Vordergrund stellen und möglichst schön klingen lassen. Dadurch lassen sich Emotionen besser vermitteln, was besonders bei Livegesang ein klarer Vorteil ist.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.soundandrecording.de/equipment/kleinmembran-und-grossmembranmikrofon/

[2] https://www.delamar.de/faq/phantomspeisung-4088/

Bildquelle: pixabay.com / MeimotataKushirinkatoto

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